Am 03. August 2017/16:55 Uhr wurde via Einsatzzentrale 118 der Kantonspolizei Bern die Stufe „Brand klein“ alarmiert. Der Einsatztext kam uns nach den letzten Tagen irgendwie bekannt vor:

Vegetationsbrand, Mötschwil, Eichmatt 27a, Stoppelfeld brennt

Unsere Gruppe Ersteinsatz Tag rückte also zum Brandort aus und stellte fest, dass eine grössere Fläche durch das Feuer in Mitleidenschaft gezogen wurde. Glücklicherweise hat ein Landwirt sehr rasch reagiert und das Feld von der Brandabgewandten Seite mit einem Druckfass bewässert. Dadurch konnte eine grössere Ausbreitung weitgehend verhindert werden.

 

Wir konzentrierten uns in der Folge darauf, vorhandene Glutnester auf der abgebrannten Fläche zu löschen. Auch hier kam uns das Druckfass sehr gelegen und vereinfachte unsere Arbeit ungemein!

Am Rand des Feldes waren Vegetationsreste  zu einer Feldrandkompostierung aufgeschichtet. Diese Reste gerieten ebenfalls in Brand. Das Problem bei Stroh ist, dass es sich um eine Hohlfaser handelt, welche zu löschen nicht immer einfach ist. Der Haufen musste stark gewässert und verteilt werden, um auch die letzten Glutnester ablöschen zu können.

 

Eines der grössten Probleme bei einem solchen Einsatz ist immer der Wasservorrat. In unserer alten Dame (Tanklöschfahrzeug ZORA) ist ein Reservoir von 1400 Litern eingebaut. Man kann sich vorstellen, dass bei einer maximalen Durchflussmenge von 400 L/min der Tank relativ rasch leer ist.
Es muss deshalb sehr schnell eine sogenannte Zubringerleitung erstellt werden. Diese werden ab dem Hydrantennetz der Gemeinde erstellt. Da aber im nicht besiedelten Gebiet die Hydranten nicht wirklich vorhanden sind, muss die Zubringerleitung ab dem nächstgelegenen Hydrant zum Einsatzort gebaut werden. Dazu verfügen wir über einen Schlauchleger, mit welchem wir relativ rasch grössere Distanzen überwinden können. Es wurde also vom Hydrant im Dorf eine 300m lange Leitung bis zum TLF gebaut.
Für die Wasserbedürfnisse in diesem Fall hat dies ausgereicht. Wenn wir mehr Wasser benötigt hätten, wären aber mehr Leitungen nötig gewesen. Dies primär aus dem Grund, weil in einer Wasserleitung der vorhandene Druck ab Hydrant stetig abgebaut wird. So wird pro 100m horizontaler Strecke 1 Bar Druck abgebaut. Wenn nun wie im vorliegenden Fall am Hydrant „nur“ 4.7 Bar Druck anliegen kann man sich den Druck nach 300m vorstellen. Wenn es noch weiter gegangen wäre, hätte eine mobile Pumpe dazwischen geschaltet werden müssen.

Schlussendlich konnte der Einsatz nach knapp zwei Stunden beendet werden und die 15 eingesetzten Kameradinnen und Kameraden in den wohlverdienten Feierabend entlassen werden.