Am 03. April und 14:39 Uhr wurden wir durch einen Feuerwehralarm aus dem Alltag gerissen. Bereits der Alarmtext wies auf einen Verkehrsunfall mit Verletzten der Stufe „Mittel“ hin und liess nichts gutes erahnen.

Die Alarmmeldung bezeichnete den Einsatzort als „Birchiwald“. Manch ein ortskundiger Leser würde den Birchiwald auf das Gemeindegebiet von Lyssach legen und fragt sich, wieso die Feuerwehr Region Hindelbank aufgeboten wird. Es ist richtig, dass wir eigentlich die „falsche“ Organisation für den Einsatz waren. Es kommt aber häufig vor, dass sich ein Melder nicht genau auskennt und deshalb, auch um Zeit zu gewinnen, durch den Einsatzdisponenten der Kantonspolizei bei unklarer Ortsangabe, sich für einen Ort entscheidet. Und dies war im vorliegenden Fall halt Hindelbank.

Die Alarmierungsstufe „mittel“ wird dann angewendet, wenn mindestens zwei Personenwagen, ein Lastwagen bzw. Car und/oder mehrere Verletzte beteiligt sind. Wir mussten uns also mental auf einen „gröberen“ Einsatz vorbereiten. In diesem Alarmierungsdispo werden automatisch, nebst uns als Ortsfeuerwehr, die sogenannten PbU (Personenrettung bei Unfällen) Stützpunkte Burgdorf und Bern (Berufsfeuerwehr) aufgeboten.

Als wir vor Ort eintrafen wurden unsere schlimmsten Befürchtungen wahr. Ein aus Richtung Hindelbank kommendes Fahrzeug prallte bei der Wildquerung mit grosser Wucht in die Betonmauer auf der Fahrbahnseite Richtung Kirchberg. Die dabei am Fahrzeug entstandenen Schäden waren massiv. Es musste mit erheblichen Verletzungen der Insassen gerechnet werden.

Aufgrund der Unfallsituation musste die Unfallstelle grossräumig abgesperrt und der Verkehr umgeleitet werden. Dazu wurde die Feuerwehr Lyssach zur Unterstützung aufgeboten und kam auf „ihrem“ Boden doch noch zum Einsatz.

Es stellte sich relativ rasch heraus, dass es sich beim Unfall „nur“ um ein Beteiligtes Fahrzeug mit einer betroffenen Person handelt. Deshalb können die Kameraden der Berufsfeuerwehr nach einer Kurzen Lagebesprechung wieder entlassen werden. Die Bergung der Verunfallten Person konnte durch die Feuerwehr Burgdorf alleine bewältigt werden.

Bei einem solchen Ereignis sind die Aufgaben der verschiedenen beteiligten Organisationen und Rettungsdienste klar definiert:
Die Ortsfeuerwehr übernimmt die Sicherung der Unfallstelle und stellt den Brandschutz sicher. Weiter übernimmt sie erste Sofortmassnahmen in Bezug auf Personenrettung, sofern der Stützpunkt noch nicht vor Ort ist und es ihre Ausrüstung und Ausbildung zulässt. Der Sonderstützpunkt PbU kümmert sich, zusammen mit dem Rettungsdienst der Sanität um die Bergung der verunfallten Personen. Die Polizei schliesslich ist verantwortlich, für die Einsatzkoordination sowie die Ermittlung der Unfallursache.

Leider konnte trotz sofortiger Massnahmen durch die Sanität durch den anwesenden Notarzt nur noch der Tod des Fahrzeuglenkers festgestellt werden.

Nach der Bergung der Leiche oblag es der Feuerwehr Region Hindelbank die Unfallstelle zu sanieren und dem Verkehr wieder freizugeben.

Solche Einsätze wünscht sich kein Angehöriger der Feuerwehr und doch müssen sie bewältigt werden können. Die an vorderster Front eingesetzten Kameraden wurden im Nachgang, gemeinsam mit Fachpersonen, zu einem Debriefing aufgeboten, um das Erlebte besser verarbeiten zu können.

Bildquelle: Blick (Felix Brodmann)

VU Kirchbergstrasse